Grégoire Hervier: Vintage, Diogenes 2019 (frz. Original von 2017)

– Bild von M. Post Wolcott aus dem Jahr 1941, Wikipedia.
Thomas hilft in einem Pariser Gitarrenladen aus und übernimmt einen Botengang für seinen Chef, der nicht gerne fliegt. So gelangt er nach Inverness in Schottland, macht Bekanntschaft mit einem mysteriösen Lord, dem er eine seltene Gitarre überbringt.
Der ältere Mann im Rollstuhl zeigt ihm seine Sammlung, in der das zentrale Stück fehlt. Dieses soll Thomas nun wiederfinden oder zumindest für die Versicherung beweisen, dass das seltene Instrument existiert.
Eine Million für den Beweis und alle Spesen gedeckt? Der junge Journalist und Musiker überlegt nicht lange. Die Suche führt ihn zunächst nach Australien und schliesslich in die Vereinigten Staaten, wo die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt und zu einem plakativ cineastischen Roadtrip wird, mit Sackgassen, Widersachern, Kalamitäten und glücklichen Zufällen.
Das Buch verübt eine beinah unwiderstehliche Sogwirkung , zum einen durch die bildliche Sprache und die vertrakte Suche nach immer weiteren Hinweisen zum vermeintlich heiligen Gral des Gitarrenbaus, aber sicher auch dank der besonders atmosphärischen Erzählweise und nuancierten Charaktere.
Für Leute, die auf Gitarren und amerikanische Musik des zwanzigsten Jahrhunderts stehen, ist die Lektüre ein Muss und Genuss zugleich.
Das Buch beim Diogenes Verlag, inklusive Soundtrack zum Buch