Ausgelesen am 1. Mai 2016

Peter Frankopan: Licht aus dem Osten.

Eine neue Geschichte der Welt. Rowohlt Verlag, Berlin 2016.

Es ist schon etwas sonderbar, wenn ein Originatltitel wie Peter Frankopans „The Silk Roads“ übersetzt wird als „Licht aus dem Osten“, und doch scheint mir der übersetzte Titel fast treffender zu sein, da die Seidenstrassen relativ wenig ausführlich thematisiert werden. Es handelt sich, trotz der Untertitelung als Weltgeschichte, eher um eine Geschichte des Westens unter spezieller Berücksichtigung des Ostens. Es erstaunt schon, wenn man dank des Buches erkennt, wie orientalisch das Christentum und der Okzident doch sind, seit sie den Status der Randreligion und -region losgeworden sind. Einmal mehr erschreckte mich das Ausmass der Niederträchtigkeit von Kolonialismus und Imperialismus, zumindest verstehe ich die Phänomene nun noch etwas besser. Für meinen Geschmack war der Fokus der historischen Betrachtung bei aller Faszination für die Inseln fast ein wenig zu britisch. Besonders gelungen ist auf jeden Fall die Aufarbeitung des 20. Jahrhunderts bis zur jüngsten Gegenwart. Insgesamt ist das Buch stellenweise etwas verworren im Erzählstil, aber sehr eloquent (zumindest in der englischen Variante) und natürlich auch informativ.

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