Ausgelesen am 3. November 2016

Carlos Fraenkel: Mit Platon in Palästina.

Vom Nutzen der Philosophie in einer zerrissenen Welt. Hanser Verlag, München 2016.

Heute habe ich „Mit Platon in Palästina“ zu Ende gelesen. Es wird darin anhand von Debatten in unterschiedlichen Kulturkreisen aufgezeigt, dass die Philosophie durchaus hilfreich ist, wenn sie Gesprächsteilnehmern erlaubt, einander interessiert zu begegnen und sich als vernunftbegabte Wesen zu unterhalten. Fraenkel berichtet, wie er die Diskussionsgruppen begleitet und sie zum Denken angeregt hat, auch zum Nachdenken über die eigenen Überzeugungen. Es ist eindrücklich zu erleben, dass die Philosophie einen ganz konkreten praktischen Nutzen hat, nämlich einen vorurteilsfreien und rücksichtsvollen Umgang mit Meinungen und Menschen zu fördern. Dass der zweite und kürzere Teil des Buches den Berichten einen theoretischen Rahmen bietet, ist vor allem für Fachleute interessant, aber allemal lesenswert. Die Philosophie kann die Konflikte dieser Welt wohl kaum beseitigen, aber dieses Buch schenkt einem die Zuversicht, dass es tatsächlich gelingen kann, selbst in scheinbar ausweglosen Situationen neue Möglichkeiten zum Dialog zu schaffen. Da die allermeisten Behauptungen auf Irrtümern beruhen könnten, lohnt es sich durchaus, über die eigenen und natürlich auch andere Standpunkte nachzudenken oder besser noch: mit anderen zu sprechen. Behauptet zumindest Fraenkel und ich behaupte, zumindest vorläufig, dass er damit ziemlich richtig liegt. Aber ich könnte mich auch irren…

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