Ausgelesen am 16. Oktober 2016

Ilija Trojanow: Der Weltensammler. 

Roman, dtv, München 2007.

Heute habe ich den Roman „Der Weltensammler“ von Ilja Trojanow zu Ende gelesen, endlich zu Ende gelesen. Das Leben des Tausendsassas Richard Burton – nicht der Schauspieler – war zweifelsfrei sehr spannend, der Roman leider nur stellenweise. Auch wenn mich die Mehrstimmigkeit wie z.B. im „Wolkenatlas“ von David Mitchell im Grunde begeistert, so finde ich sie jeweils recht anstrengend auf die Dauer. Vor allem, wenn sie nicht immer konsequent durchgehalten wird. Auch sonst gab es hin und wieder Stellen in diesem Buch, die ich sprachlich einfach nicht gut fand: Kurze Protokollsätze über zwei Seiten hinweg erzeugen nicht automatisch Spannung. Oder merkwürdige Nebensätze gab es hin und wieder, wie etwa jener, der bezeugte, dass ein Vogel fliegt. Das hat mich dann einen Moment verdutzt innehalten lassen. Drei Episoden aus Burtons Leben unterteilen das Buch: Indien hat mich eher gelangweilt, da ich wohl mehr oder anderes erwartet habe. Arabien hat mich begeistert, denn Burton spielte eine Rolle und hat sich im Laufe der Pilgerfahrt mit der Rolle identifiziert. Und die Expedition in Afrika schliesslich war eindrücklich geschildert und hat eine Bildungslücke geschlossen, doch die Perspektivenwechsel waren mit der Zeit eben ermüdend. Der leider kurz gehaltene Schluss hat für das Durchhalten mehr als belohnt. Ein schönes Buch, stellenweise sehr poetisch und nachdenklich, was mir natürlich gefällt. Doch ich frage mich, ob man diese Lebensabschnitte nicht etwas packender hätte erzählen können, denn abenteuerlich waren sie auf jeden Fall.

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